Naantali

Naantali

Naantali

Naantali liegt im Südwesten Finnlands und ist eine Stadt mit rund 18’000 Einwohnern. Die Stadt hat eine Fläche von 287,55 Quadratkilometern. Naantali gehört zu den ältesten Städten des Landes. Die finnische Stadt ist ein sehr beliebtes Touristenziel, bedingt durch den bedeutenden Hafen und der beeindruckenden Holzaltstadt.

Naantali entwickelte sich im Mittelalter um ein 1443 gegründetes Brigittenkloster. Das Gebiet trug damals den Namen Vallis Gratiae. Beide Anfangsbuchstaben sind heute noch im Stadtwappen der finnischen Stadt zu finden.

Im Brigittenkloster lebten in der damaligen Zeit Männer und Frauen gleichermaßen. Einer der Berühmtheiten, die in der Stadt ansässig waren, war der Mönch Jöns Budde. Dieser übersetzte religiöse Texte in die schwedische Sprache. Der religiöse Mann ist der erste bekannte Schriftsteller der finnischen Literaturgeschichte. Durch König Christoph III. erhielt das Kloster Handelsrechte, bedingt dadurch konnte die Stadt Naantali überhaupt entstehen. Während des Mittelalters war Naantali auch ein bedeutender Wallfahrtsort.

Während der Reformation verlor das Kloster an Bedeutung. Der Sakralbau wurde gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts geschlossen, als die letzte Bewohnerin des Klosters verstarb. Durch den Wegfall des Klosters und einem schweren Brand 1628 musste die Stadt eine schwere Bürde tragen.
Die meisten Gebäude des Klosters verfielen bis auf die Klosterkirche. So komisch es klingt, aber während der wirtschaftlichen Depression verdienten die Menschen Naantalis ihren Unterhalt durch Sockenstricken. Als der Reichstag im Jahre 1723 abgehalten wurde, kam der Vorschlag Naantali die Stadtrechte zu entziehen. Dieser Vorschlag wurde aber nicht in die Tat umgesetzt, da sich die Stadt durch den Bau eines Zollhauses im achtzehnten Jahrhundert wieder erholte.

In dieser Zeit wurde auch die heilende Kraft der Quelle Viluluoto entdeckt. Als Naantali im Jahre 1863 unter der Herrschaft der Russen stand, wurde hier eine Kuranstalt errichtet. Durch diesen erlebte die Stadt einen weiteren Aufschwung. Bis heute ist Naantali ein gern besuchtes Reiseziel. Im Jahre 1922 wurde die gegenüber von Naantali liegende Insel Luonnonmaa zum Sommersitz des damaligen finnischen Präsidenten. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Stadt einen weiteren Aufschwung durch die Ansiedlung von Industrie und dem Aufschwung des Hafens. Des Weiteren sind in der finnischen Stadt ein Kraftwerk und eine Erdölraffinerie ansässig. Der Hafen der Stadt gilt als drittgrößter Frachthafen des Landes.

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