Geschichte

Karte Finnland historisch

Historische Karte von Finnland

Finnland erobert regelmäßig einen der vorderen Plätze bei den internationalen PISA-Studien, es ist das Land der Seen und des Schnees und seine Sprache zählt zu den Exoten zwischen all den indogermanischen Sprachen, die in Europa gesprochen werden. Nicht immer war Finnlands Geschichte ruhmreich und erst spät, Anfang des 19. Jahrhunderts, wurde es unabhängig von Schweden und Russland. Es gilt ähnlich der Schweiz als neutrales Land und hat durch Friedensverträge Freundschaft mit seinen großen Nachbarn geschlossen.

Die Aufteilung: Finnlands schwedische Zeit

Bis Ende des 12. Jahrhunderts stritten sich Schweden und Russland um das heutige finnische Gebiet. Ab 1323 wurde Finnland an Schweden angeschlossen. Der östliche Teil Finnlands fiel an Russland. Finnland besaß keine Autonomie. Eine Spur aus dieser Zeit ist die Zweisprachigkeit Finnlands. Neben dem Finnischen ist Schwedisch ebenfalls als Amtssprache festgelegt.

Der Staat im Staat: Finnlands russische Zeit

Finnisches Wappen

Finnland: Wappen

Anfang des 19. Jahrhunderts brach das Reich Schweden zusammen. Im schwedisch-russischen Krieg eroberte Russland Finnland und gab ihm 1809 den Sonderstatus Staat im Staat. So erhielt Finnland trotz der Zugehörigkeit zu Russland den Status eines autonomen Großfürstentums. 1812 wurde Helsinki zur Hauptstadt des Fürstentums, das einige Sonderrechte bekam: die finnische Sprache wurde zur offiziellen Verwaltungssprache, es verfügte über ein eigenes Gerichtswesen, einen eigenen Beamtenapparat, eine eigene Armee, eine eigene Währung sowie eigene Briefmarken.

Die Unabhängigkeitserklärung Finnlands

Am 6. Dezember 1917 erklärte das finnische Parlament sein Land zu einer unabhängigen Demokratie. Es kam zu einer internen politischen Spaltung und zu Konflikten zwischen den Linken und den Rechten. 1918 gelang der Linken ein Putsch gegen die Regierung. Nach einem Bürgerkrieg und dem Sieg der Regierungstruppen wurde 1919 aus Finnland eine Republik. Finnlands erster Staatspräsident war Kaarlo Juho Ståhlberg.

Finnlands Rolle während des zweiten Weltkrieges

Finnland Fahne

Flagge von Finnland

1939 schlossen Deutschland und die Sowjetunion einen Nichtangriffspakt, der Finnland einschloss. Finnland weigerte sich jedoch, Stützpunkte der Sowjetunion auf finnischem Gebiet zuzulassen. Im Verlauf des darauf folgenden Krieges erfand die finnische Armee den so genannten Molotowcocktail, benannt nach dem sowjetischen Außenminister Wjatscheslaw Molotow. 1948 schloss Finnland mit der Sowjetunion einen Friedensvertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und Beistand. Finnlands Politik war geprägt durch diese Verbundenheit mit dem großen Nachbarn im Osten. Erst durch den Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre konnte sich Finnland auch nach außen sichtbar unabhängig entwickeln. Der Zusammenbruch stürzte die finnische Wirtschaft in eine Krise, da sie spezialisiert auf den Osthandel war. Erst nach und nach stärkte Finnland seine Position in Europa, nicht zuletzt, da sich die angeschlagene wirtschaftliche Lage durch steigenden Export erholte.

Finnland und seine Mitgliedschaften

Nach dem zweiten Weltkrieg etablierte sich Finnland mehr und mehr in Europa als autonomer, eigenständiger und ernstzunehmender Staat. Dies drückt sich in Mitgliedschaften aus, die Finnland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts schloss: 1955 wurde Finnland Mitglied in der UNO und im Nordischen Rat, 1989 trat es dem Europarat bei, 1992 schloss Finnland mit Russland als anerkanntem Nachfolger der Sowjetunion einen neuen Nachbarschaftsvertrag, 1994 trat Finnland der Europäischen Gemeinschaft bei und 1995 in die EU ein. Seit 2002 ersetzt der Euro die Finnische Mark als Landeswährung.

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